1991 publi­zier­te ich die Pilot­stu­die »Bil­dungs­re­gi­on der offe­nen Gren­zen inmit­ten Euro­pas« als »Bei­trag eines böh­misch-baye­ri­schen Bil­dungs­for­schers zum frei­en Euro­pa der Regio­nen«, her­aus­ge­ge­ben vom Arbeits­kreis Eger­län­der Kul­tur­schaf­fen­der e.V. - auch Dis­kus­si­ons­ba­sis bei uni­ver­si­tä­ren inter­na­tio­na­len Sym­po­si­en und Kon­gres­sen u.a.:

1994  an der Wirt­schafts­fa­kul­tät Cheb/Eger der Uni­ver­si­tät Plzeň/Pilsen,

1995  im Har­mo­nie­saal bei der Basi­li­ka in Wald­sas­sen,

1996  in der Neubaukirche/Aula der Uni­ver­si­tät Würz­burg.

Als »Grup­pen­lei­ter Eger­län­der Bil­dungs­for­schung« initi­ier­te ich bei den jähr­li­chen »AEK-Begeg­nun­gen« in Bay­ern und Böh­men »Werk­statt­ge­sprä­che« zu den The­men­be­rei­chen »Bil­dung« – »Wirt­schaft« – »Kultur/Kirche«. Als lang­jäh­ri­ger Augs­bur­ger Diö­ze­san­rat und als Mit­glied des Lan­des­ko­mi­tees der Katho­li­ken in Bay­ern ver­öf­fent­lich­te ich Kir­chen­li­te­ra­tur.

 

Renova­bis – von Anfang an dabei

Nach fünf­jäh­ri­ger rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft stu­dier­te ich 1951 auf dem »Frei­sin­ger Dom­berg« Päd­ago­gik und erleb­te dort auch die Pries­ter­wei­he von Papst Bene­dikt XVI.
Am glei­chen Ort prä­sen­tier­te ich zum »1.Internationalen Kon­gress Renova­bis 1997 – Kir­che in Ost­eu­ro­pa« die Tri­lo­gie der Kirch­lich­keit:  »Her­aus­for­de­run­gen an die Kir­che – Über die Kir­chen­tü­re hin­aus - Glau­be und Kirch­lich­keit«.
Milos­lav Kar­di­nal Vlk, Erz­bi­schof von Prag und Prä­si­dent des Rates der Euro­päi­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen refe­rier­te über das Leit­the­ma »Kir­che in Ost­eu­ro­pa: herr­schen oder die­nen?«. Nach Öff­nung der Gren­zen war er Bischof im böh­mi­schen Bud­weis / Čes­ké Budějo­vice, wo er einst Gym­na­si­ast und ich Rekrut in der »Vier­hö­fer­ka­ser­ne« war.
»Bun­des­kanz­ler der Ein­heit« Dr. Hel­mut Kohl wür­dig­te im Gruß­wort den Kon­gress als »ein wich­ti­ges Zei­chen der völ­ker­ver­bin­den­den Kraft christ­li­chen Glau­bens« und einen »bedeut­sa­men Bei­trag zur Gestal­tung eines ver­ein­ten Euro­pa in Frie­den und Frei­heit«.
Der Thü­rin­ger Minis­ter­prä­si­dent Dr. Bern­hard Vogel, von 1972 bis 1976 Prä­si­dent des »Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken« erin­ner­te, dass Renova­bis »auf Anre­gung katho­li­scher Lai­en« gegrün­det wur­de. Wir bräuch­ten »Brü­cken zur Ver­stän­di­gung und zum gegen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis« und »Part­ner­schaf­ten zwi­schen West und Ost unter Pfarr­ge­mein­den«.
Als Minis­ter für Unter­richt und Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Rhein­land-Pfalz (1976 – 88) hat­te Dr.Vogel auch enge Bezie­hun­gen zum »Baye­ri­schen Staats­in­sti­tut für Bil­dungs­for­schung und Bil­dungs­pla­nung« in Mün­chen. Dort ent­wi­ckel­te ich zur »Gebiets- und Schul­re­form in Bay­ern« wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en über »Bil­dungs­re­gio­nen inmit­ten Euro­pas«.
Schon beim »1. Renova­bis-Kon­gress 1997« reg­te ich »Euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven in grenz­über­schrei­ten­den Bil­dungs­re­gio­nen« an, die beim »8. Kon­gress 2004: Jugend in Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa« aus­führ­lich dis­ku­tiert wur­de.
1997 waren – nach 1. Haupt­ge­schäfts­füh­rer  P. Eugen Hil­len­gass, SJ270 Teilnehmer(innen) aus 18 Län­dern und 2004 schon fast 400 Teilnehmer(innen) aus 25 Län­dern  nach dem  nach­fol­gen­den Haupt­ge­schäfts­füh­rer P. Diet­ger Demuth, CSsR – regis­triert.

Der War­schau­er Prof. Dr. Wla­dys­law Bar­to­szew­ski sprach über »Euro­pas Reich­tum in der Viel­falt«. Ich lern­te ihn schon als Gast­pro­fes­sor in den baye­ri­schen Uni­ver­si­tä­ten Mün­chen, Eich­stätt und Augs­burg ken­nen und als »Euro­pa­päd­ago­ge« schät­zen. Er mein­te: »Je grö­ßer die kul­tu­rel­le, reli­giö­se und eth­ni­sche Ver­schie­den­heit, des­to grö­ßer das Bedürf­nis nach geis­ti­ger Ein­heit«. Beim Auf­bau Euro­pas sei das »Pos­tu­lat der gemein­sa­men Wer­te« unum­gäng­lich, erst recht in der erwei­ter­ten euro­päi­schen Uni­on.
Dazu stell­te ich im »Jugend­work­shop Visi­on Euro­pa« mein E-Book: »Euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven in grenz­über­schrei­ten­den Bil­dungs­re­gio­nen« vor. In Zusam­men­ar­beit mit dem »Cen­trum für ange­wand­te Poli­tik­for­schung CAP Mün­chen« wur­de die »kul­tu­rel­le Viel­falt in der euro­päi­schen Wer­te­ge­mein­schaft« the­ma­ti­siert. Mei­ne Pilot­stu­die »Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis« kon­kre­ti­siert exem­pla­risch die her­kömm­li­che baye­risch-böh­mi­sche Kul­tur- und Bil­dungs­ge­schich­te mit päd­ago­gi­schen Zukunfts­auf­ga­ben. Über die erfolg­rei­chen grenz­über­schrei­ten­den deutsch-tsche­chi­schen Jugend­aus­tausch­zen­tren »TANDEM« in Regens­burg und Pilsen/Plzeň  wur­de in Arbeits­krei­sen  berich­tet.

Der im nie­der­schle­si­schen Bres­lau gebo­re­ne Erz­bi­schof  von Köln, Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner, lud zum »Welt­ju­gend­tag 2005« »in sei­ne Dom­stadt« ein.

 

Jugend­li­che im Osten Euro­pas – wel­che Zukunft ?
Lebens- und Glau­bens­per­spek­ti­ven

Der »19. Inter­na­tio­na­le Kon­gress Renova­bis 2015« knüpf­te the­ma­tisch an den »8. Kon­gress 2004« an. Erheb­li­che Ver­än­de­run­gen in einem Jahr­zehnt wur­den akzen­tu­iert.

Pater Ste­fan Dart­mann SJ war vom 2. Dezem­ber 2010 bis 31. Mai 2015 Renova­bis-Haupt­ge­schäfts­füh­rer und ist jetzt Rek­tor des »Col­le­gi­um Ger­ma­ni­cum et Hun­ga­ri­cum« in Rom. Nach einer Ves­per in der Stadt­pfarr­kir­che St.Georg wur­de er im »Frei­sin­ger Asam­saal« ver­ab­schie­det.
Der kom­misari­sche Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Ger­hard Albert begrüß­te  die wie­der­um rund 400 Kongressteilnehmer(innen) aus 30 Län­dern. Der desi­gnier­te Ber­li­ner Erz­bi­schof  Dr. Hei­ner Koch eröff­ne­te den Kon­gress.
Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz Kar­di­nal Dr. Rain­hard Marx wies im Gruß­wort auf die zen­tra­le Bedeu­tung für die Kir­che hin, »mit Jugend­li­chen dar­über nach­zu­den­ken, was der christ­li­che Glau­be  für das Leben in der heu­ti­gen Zeit bedeu­te«.

Papst Fran­zis­kus rief am 6.Juni 2015 in Sara­je­wo die Jugend im Osten Euro­pas auf: »Ihr habt eine wich­ti­ge Beru­fung: nie­mals Mau­ern zu bau­en, son­dern nur Brü­cken!«
Die »Päd­ago­gik des Paps­tes« wol­le der Jugend Per­spek­ti­ven geben. Dabei sei »der inten­si­ve Dia­log zwi­schen den Gene­ra­tio­nen uner­läss­lich«.

 

Jugend­li­che heu­te

In der Tsche­cho­slo­wa­ki­schen Repu­blik besuch­te ich bis 1938 die Volks­schu­le. Seit 1969 beglei­te­te ich am »Baye­ri­schen Staats­in­sti­tut für Bil­dungs­for­schung und Pla­nung« die »Schul­ju­gend« in Bay­ern in wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, auch in Zusam­men­ar­beit mit dem Deut­schen Jugend­in­sti­tut e.V. in Mün­chen, wo jetzt am »Zen­trum für Dau­er­be­ob­ach­tung und Metho­den« die Dipl.-Soziologin Mar­ti­na Gil­le forscht. Ihr Refe­rat »Jugend in Deutsch­land: Lebens­la­gen und Her­aus­for­de­run­gen« sowie der Vor­trag »Jugend und Reli­gio­si­tät: Bei­spiel Slo­wa­kei« von Pater Dr. Tibor Rei­mer SDB, Bra­tis­la­va, war für mich beson­ders inter­es­sant. Jugend­li­che in der Slo­wa­kei bezeich­ne­ten sich durch­aus als reli­gi­ös, »sur­fen aber zwi­schen Lebens­stie­len und Lebens­si­tua­tio­nen«  wie »Wel­len­rei­ter« oder nach dem pol­ni­schen Sozio­lo­gen Syg­munt Bau­mann so genann­te »Spa­zier­gän­ger«, die sich von einer Wel­le zur nächs­ten zap­pel­ten. Christ­li­che Jugend­ar­beit müs­se Ori­en­tie­rungs­hil­fe geben und zur Mit­ar­beit ein­la­den.

Eine Podi­ums­dis­ku­si­on ergab: »Jugend­li­che im Osten Euro­pas zwi­schen Hoff­nung und Resi­gna­ti­on«. Nach einer Stu­die der »Fried­rich-Ebert-Stif­tung« sei­en Jugend­li­che in Alba­ni­en, Her­ze­go­wi­na und  Bul­ga­ri­en auch mit der »Demo­kra­tie« unzu­frie­den und weni­ger bereit, sich in Gesell­schaft, Poli­tik und Kir­che zu enga­gie­ren. Wegen hoher Arbeits­lo­sig­keit wol­len vie­le aus­wan­dern. Die BDKJ-Vor­sit­zen­de Lisi Mai­er wünsch­te eine »soli­da­ri­sche Euro­pa­po­li­tik« mit einer »sozi­al­po­li­ti­schen Dimen­si­on«.

Der desi­gnier­te Ber­li­ner Erz­bi­schof  Dr. Koch for­der­te, »Ent­schei­dun­gen für die Jugend und mit der Jugend wie­der in Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen der Poli­tik nach vor­ne rücken«.

Aus Renova­bis-Rück­blick: www.renovabis.de

Wie schon beim 8.Kongress gestal­te­te das »Cen­trum für Ange­wand­te Poli­tik­for­schung (CAP) der Uni­ver­si­tät Mün­chen« einen ganz­tä­gi­gen »Dia­log der Gene­ra­tio­nen« bei­spiel­haft.

Der pol­ni­sche Erz­bi­schof Kar­di­nal Sta­nis­law Dzi­wisz lud zum »Welt­ju­gend­tag 2016« nach Kra­kau ein, wo einst Papst Johan­nes Paul II. für das christ­li­che Euro­pa wirk­te.