Kurzprofil

Portrait Dr. phil. Waldemar Nowey

Dr. phil. Waldemar Nowey (* 11. März 1927 in Neubäu, Egerland) ist ein deutscher Pädagoge, Bildungsforscher und Schriftsteller.

Nach Anstellungen als Lehrer und Schulleiter in Bayern promovierte er 1964 an der Universität München. Anschließend war er als Ausbildungslehrer an der Pädagogischen Hochschule in Augsburg tätig. Von 1969 bis 1989 führte er Studien für das Kultusministerium Bayern durch. In der Deutschen Nationalbibliothek sind 71 Publikationen unter seinem Namen verzeichnet.

Nowey ist verheiratet und hat zwei inzwischen verheiratete Töchter.

Siehe auch Wikipedia und Google+.

Aktuelles

Hier berichte ich über stattgefundene, laufend über künftige literarische Neuerscheinungen, Dichterlesungen, Klassentreffen, Arbeitstagungen, Kolloquien, Symposien, Kongresse, Ausstellungen und grenzüberschreitende AEK-Begegnungen in bayerischen und böhmischen Bildungsregionen.

Etwa hun­dert Hei­mat­mu­se­en und  -archi­ve in Deutsch­land, Öster­reich , Böh­men, Mäh­ren und Schle­si­en betreu­en Kul­tur­gü­ter der Ver­trie­be­nen. 42 Trä­ger, Lei­ter und Betreu­er der »Arbeits­ge­mein­schaft für kul­tu­rel­le Hei­mat­samm­lun­gen (ArGe)«  tra­fen sich  vom 18. bis 20. 09. 2015  im »ver­di-Bil­dungs­zen­trum« www.haus-brannenburg.de zu Vor­trä­gen, Gesprä­chen und zur Fort­bil­dung unter dem Mot­to »Aspek­te der Wirt­schafts­ge­schich­te Böh­mens und Mäh­rens«. Mei­ne Frau Han­na und ich ver­tra­ten die »Samm­lung Now­eya­na«.

Dr. Rai­mund Palec­zek refe­rier­te über die regio­na­le Wirt­schafts­ent­wick­lung in den  böh­mi­schen Län­dern. Exem­pla­risch beschrieb er die Öko­no­mie­be­rei­che Glas, Holz, Koh­le, Tex­ti­li­en und Lebens­mit­tel­er­zeu­gung. Das Bäder­drei­eck im Eger­land und der Musik­in­stru­men­ten­bau im Erz­ge­bir­ge waren welt­be­rühmt. Das »Pils­ner Ško­da-Werk« war weg­wei­send für die Indus­tria­li­sie­rung. »Pils­ner Bier« war inter­na­tio­nal geschätzt und erfährt in der »Welt­kul­tur­haupt­stadt 2015« wie­der­um gestei­ger­te Bedeu­tung.

Ver­trie­be­ne hin­ter­lie­ßen her­vor­ra­gen­de Fabri­ken, Betriebs­an­la­gen und Maschi­nen – tech­ni­sches und wirt­schaft­li­ches Know-how haben sie in ihren Köp­fen zum Auf­bau einer »zwei­ten Hei­mat« mit­ge­nom­men.

Ani­ta Zwick­nagl, M.A., Muse­ums­lei­te­rin der Stadt Gerets­ried in Ober­bay­ern, berich­te­te über »Fleiß und Impro­vi­sa­ti­ons­ta­lent ver­trie­be­ner Eger­län­der« aus Gras­litz, Tach­au und Karls­bad, die in  »bom­bar­dier­ten Bun­ker­an­la­gen« sozio­öko­no­mi­sche und kul­tu­rel­le Initia­ti­ven ent­wi­ckel­ten und bereits 1950 die Gemein­de Gerets­ried grün­de­ten.  In der seit 1970 wirt­schafts­star­ken Stadt Gerets­ried wer­den auch »mit­ge­brach­te Tra­di­tio­nen und Bräu­che« gepflegt, wie Doku­men­te bei einem Besuch des Stadt­mu­se­ums  ver­an­schau­lich­ten.

Die His­to­ri­ke­rin Ingrid Sau­er M.A. betreut im Baye­ri­schen Haup­staats­ar­chiv in Mün­chen  »Schrift­gut­samm­lun­gen«, auch die »Now­eya­na«. Sie refe­rier­te über »Quel­len zur Wirt­schafts­ge­schich­te im Sude­ten­deut­schen Archiv«. Eine »schier uner­schöpf­li­che Fund­gru­be« war­te auf eine wis­sen­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung. Modell­haft wur­de dies für die Öko­no­mie­bran­chen Glas­in­dus­trie, Schuh­fa­bri­ka­ti­on und Braue­rei­we­sen demons­triert.

Zur »Wirt­schafts­ge­schich­te« prä­sen­tier­te ich Publi­ka­tio­nen aus der »Schrift­gut­samm­lung Now­eya­na« und Doku­men­ta­tio­nen aus der »Sach­gut­samm­lung Now­ey« mit Blick auf die grenz­über­schrei­ten­de »Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis  inmit­ten Euro­pas«:

Mein Vater Josef Now­ey arbei­te­te von 1928 bis 1936 in den Pre­mier­wer­ken Eger als Werk­zeug­schlos­ser und zuletzt als Kon­trol­ler. Von 1937 bis 1943 selb­stän­dig in eige­ner Werk­stät­te in Neu­bäu. Mit mei­nem »Pre­mier-Jugend­rad« fuhr ich von 1938 bis 1941 in die sie­ben Kilo­me­ter ent­fern­te Bür­ger­schu­le nach Wei­ßen­sulz und als Spät­heim­keh­rer seit 1950 bis heu­te durch das »Wit­tels­bach­er­land«.

An der Wirt­schafts­fa­kul­tät Cheb/Eger Initi­ier­te ich 1994 das Sym­po­si­um: »Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis«, das auch sozio­öko­no­mi­sche Bedin­gungs­fak­to­ren des Bil­dungs­ver­hal­tens erar­bei­te­te.

Die klein­räum­li­che Wirt­schafts­struk­tur des Eger­lan­des bot vie­le beruf­li­che Mög­lich­kei­ten, in der Land- und Forst­wirt­schaft, im Gewer­be und in Fabri­ken. Im  »Bäder­drei­eck« arbei­te­ten vie­le Eger­län­der. Grenz­über­schrei­tend waren in der Ober­pfalz vie­le Bau­ar­bei­ter tätig. Mein Groß­va­ter  arbei­te­te in Nab­burg und mei­ne Groß­mut­ter ver­kauf­te Klöp­pel­spit­zen in das »Schön­se­er Land«.

Die Grün­dungs­be­auf­trag­te des »Sude­ten­deut­schen Muse­ums« Dr. Eli­sa­beth Fendl  erklär­te, wie Wirt­schafts­ge­schich­te des Sude­ten­lan­des bran­chen­spe­zi­fisch jeweils am Bei­spiel einer Regi­on muse­al auf­ge­zeigt wird, etwa »Berg­bau im Erz­ge­bir­ge« oder »Kur­or­te im Bäder­drei­eck des Eger­lan­des«. Indus­trie­ge­schich­te wer­de auch durch his­to­ri­sche Aus­stel­lun­gen auf regio­na­len und inter­na­tio­na­len Mes­sen prä­sen­tiert.

Frau  Her­dis Kley vom »Insti­tut für Muse­ums­for­schung Ber­lin« stell­te die »Deut­sche Digi­ta­le Biblio­thek DDB«  als  »eine wei­te­re  Prä­sen­ta­ti­ons­platt­form für Hei­mat­samm­lun­gen«  vor.

Muse­ums-, Archiv- und Biblio­theks­be­stän­de sind aus einem ver­netz­ten »Inter­net-Forum« unter www.deutsche-digitale-bibliothek.de online abruf­bar. 2305 Kul­tur- und Wis­sen­schafts­in­sti­tu­tio­nen sind gegen­wär­tig betei­ligt. Ten­denz stei­gend. Die Deut­sche Natio­nal­bi­blio­thek (DNB) ist Koor­di­na­tor des »Kom­pe­tenz­netz­wer­kes«, in das auch die Baye­ri­sche Staats­bi­blio­thek (BSB) inte­griert ist.

Daher sind – unter ande­rem – im  »DNB-Kata­log«: 85 Bücher, im »BSB-Ver­bund­ka­ta­log«: 272 Bücher der »Now­eya­na-Lite­ra­tur« regis­triert. Somit  ist auch die »Schrift­gut­samm­lung Now­eya­na« über die »Deut­sche Digi­ta­le Biblio­thek DDB« zugäng­lich.

1991 publi­zier­te ich die Pilot­stu­die »Bil­dungs­re­gi­on der offe­nen Gren­zen inmit­ten Euro­pas« als »Bei­trag eines böh­misch-baye­ri­schen Bil­dungs­for­schers zum frei­en Euro­pa der Regio­nen«, her­aus­ge­ge­ben vom Arbeits­kreis Eger­län­der Kul­tur­schaf­fen­der e.V. - auch Dis­kus­si­ons­ba­sis bei uni­ver­si­tä­ren inter­na­tio­na­len Sym­po­si­en und Kon­gres­sen u.a.:

1994  an der Wirt­schafts­fa­kul­tät Cheb/Eger der Uni­ver­si­tät Plzeň/Pilsen,

1995  im Har­mo­nie­saal bei der Basi­li­ka in Wald­sas­sen,

1996  in der Neubaukirche/Aula der Uni­ver­si­tät Würz­burg.

Als »Grup­pen­lei­ter Eger­län­der Bil­dungs­for­schung« initi­ier­te ich bei den jähr­li­chen »AEK-Begeg­nun­gen« in Bay­ern und Böh­men »Werk­statt­ge­sprä­che« zu den The­men­be­rei­chen »Bil­dung« – »Wirt­schaft« – »Kultur/Kirche«. Als lang­jäh­ri­ger Augs­bur­ger Diö­ze­san­rat und als Mit­glied des Lan­des­ko­mi­tees der Katho­li­ken in Bay­ern ver­öf­fent­lich­te ich Kir­chen­li­te­ra­tur.

 

Renova­bis – von Anfang an dabei

Nach fünf­jäh­ri­ger rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft stu­dier­te ich 1951 auf dem »Frei­sin­ger Dom­berg« Päd­ago­gik und erleb­te dort auch die Pries­ter­wei­he von Papst Bene­dikt XVI.
Am glei­chen Ort prä­sen­tier­te ich zum »1.Internationalen Kon­gress Renova­bis 1997 – Kir­che in Ost­eu­ro­pa« die Tri­lo­gie der Kirch­lich­keit:  »Her­aus­for­de­run­gen an die Kir­che – Über die Kir­chen­tü­re hin­aus - Glau­be und Kirch­lich­keit«.
Milos­lav Kar­di­nal Vlk, Erz­bi­schof von Prag und Prä­si­dent des Rates der Euro­päi­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen refe­rier­te über das Leit­the­ma »Kir­che in Ost­eu­ro­pa: herr­schen oder die­nen?«. Nach Öff­nung der Gren­zen war er Bischof im böh­mi­schen Bud­weis / Čes­ké Budějo­vice, wo er einst Gym­na­si­ast und ich Rekrut in der »Vier­hö­fer­ka­ser­ne« war.
»Bun­des­kanz­ler der Ein­heit« Dr. Hel­mut Kohl wür­dig­te im Gruß­wort den Kon­gress als »ein wich­ti­ges Zei­chen der völ­ker­ver­bin­den­den Kraft christ­li­chen Glau­bens« und einen »bedeut­sa­men Bei­trag zur Gestal­tung eines ver­ein­ten Euro­pa in Frie­den und Frei­heit«.
Der Thü­rin­ger Minis­ter­prä­si­dent Dr. Bern­hard Vogel, von 1972 bis 1976 Prä­si­dent des »Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken« erin­ner­te, dass Renova­bis »auf Anre­gung katho­li­scher Lai­en« gegrün­det wur­de. Wir bräuch­ten »Brü­cken zur Ver­stän­di­gung und zum gegen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis« und »Part­ner­schaf­ten zwi­schen West und Ost unter Pfarr­ge­mein­den«.
Als Minis­ter für Unter­richt und Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Rhein­land-Pfalz (1976 – 88) hat­te Dr.Vogel auch enge Bezie­hun­gen zum »Baye­ri­schen Staats­in­sti­tut für Bil­dungs­for­schung und Bil­dungs­pla­nung« in Mün­chen. Dort ent­wi­ckel­te ich zur »Gebiets- und Schul­re­form in Bay­ern« wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en über »Bil­dungs­re­gio­nen inmit­ten Euro­pas«.
Schon beim »1. Renova­bis-Kon­gress 1997« reg­te ich »Euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven in grenz­über­schrei­ten­den Bil­dungs­re­gio­nen« an, die beim »8. Kon­gress 2004: Jugend in Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa« aus­führ­lich dis­ku­tiert wur­de.
1997 waren – nach 1. Haupt­ge­schäfts­füh­rer  P. Eugen Hil­len­gass, SJ270 Teilnehmer(innen) aus 18 Län­dern und 2004 schon fast 400 Teilnehmer(innen) aus 25 Län­dern  nach dem  nach­fol­gen­den Haupt­ge­schäfts­füh­rer P. Diet­ger Demuth, CSsR – regis­triert.

Der War­schau­er Prof. Dr. Wla­dys­law Bar­to­szew­ski sprach über »Euro­pas Reich­tum in der Viel­falt«. Ich lern­te ihn schon als Gast­pro­fes­sor in den baye­ri­schen Uni­ver­si­tä­ten Mün­chen, Eich­stätt und Augs­burg ken­nen und als »Euro­pa­päd­ago­ge« schät­zen. Er mein­te: »Je grö­ßer die kul­tu­rel­le, reli­giö­se und eth­ni­sche Ver­schie­den­heit, des­to grö­ßer das Bedürf­nis nach geis­ti­ger Ein­heit«. Beim Auf­bau Euro­pas sei das »Pos­tu­lat der gemein­sa­men Wer­te« unum­gäng­lich, erst recht in der erwei­ter­ten euro­päi­schen Uni­on.
Dazu stell­te ich im »Jugend­work­shop Visi­on Euro­pa« mein E-Book: »Euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven in grenz­über­schrei­ten­den Bil­dungs­re­gio­nen« vor. In Zusam­men­ar­beit mit dem »Cen­trum für ange­wand­te Poli­tik­for­schung CAP Mün­chen« wur­de die »kul­tu­rel­le Viel­falt in der euro­päi­schen Wer­te­ge­mein­schaft« the­ma­ti­siert. Mei­ne Pilot­stu­die »Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis« kon­kre­ti­siert exem­pla­risch die her­kömm­li­che baye­risch-böh­mi­sche Kul­tur- und Bil­dungs­ge­schich­te mit päd­ago­gi­schen Zukunfts­auf­ga­ben. Über die erfolg­rei­chen grenz­über­schrei­ten­den deutsch-tsche­chi­schen Jugend­aus­tausch­zen­tren »TANDEM« in Regens­burg und Pilsen/Plzeň  wur­de in Arbeits­krei­sen  berich­tet.

Der im nie­der­schle­si­schen Bres­lau gebo­re­ne Erz­bi­schof  von Köln, Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner, lud zum »Welt­ju­gend­tag 2005« »in sei­ne Dom­stadt« ein.

 

Jugend­li­che im Osten Euro­pas – wel­che Zukunft ?
Lebens- und Glau­bens­per­spek­ti­ven

Der »19. Inter­na­tio­na­le Kon­gress Renova­bis 2015« knüpf­te the­ma­tisch an den »8. Kon­gress 2004« an. Erheb­li­che Ver­än­de­run­gen in einem Jahr­zehnt wur­den akzen­tu­iert.

Pater Ste­fan Dart­mann SJ war vom 2. Dezem­ber 2010 bis 31. Mai 2015 Renova­bis-Haupt­ge­schäfts­füh­rer und ist jetzt Rek­tor des »Col­le­gi­um Ger­ma­ni­cum et Hun­ga­ri­cum« in Rom. Nach einer Ves­per in der Stadt­pfarr­kir­che St.Georg wur­de er im »Frei­sin­ger Asam­saal« ver­ab­schie­det.
Der kom­misari­sche Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Ger­hard Albert begrüß­te  die wie­der­um rund 400 Kongressteilnehmer(innen) aus 30 Län­dern. Der desi­gnier­te Ber­li­ner Erz­bi­schof  Dr. Hei­ner Koch eröff­ne­te den Kon­gress.
Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz Kar­di­nal Dr. Rain­hard Marx wies im Gruß­wort auf die zen­tra­le Bedeu­tung für die Kir­che hin, »mit Jugend­li­chen dar­über nach­zu­den­ken, was der christ­li­che Glau­be  für das Leben in der heu­ti­gen Zeit bedeu­te«.

Papst Fran­zis­kus rief am 6.Juni 2015 in Sara­je­wo die Jugend im Osten Euro­pas auf: »Ihr habt eine wich­ti­ge Beru­fung: nie­mals Mau­ern zu bau­en, son­dern nur Brü­cken!«
Die »Päd­ago­gik des Paps­tes« wol­le der Jugend Per­spek­ti­ven geben. Dabei sei »der inten­si­ve Dia­log zwi­schen den Gene­ra­tio­nen uner­läss­lich«.

 

Jugend­li­che heu­te

In der Tsche­cho­slo­wa­ki­schen Repu­blik besuch­te ich bis 1938 die Volks­schu­le. Seit 1969 beglei­te­te ich am »Baye­ri­schen Staats­in­sti­tut für Bil­dungs­for­schung und Pla­nung« die »Schul­ju­gend« in Bay­ern in wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, auch in Zusam­men­ar­beit mit dem Deut­schen Jugend­in­sti­tut e.V. in Mün­chen, wo jetzt am »Zen­trum für Dau­er­be­ob­ach­tung und Metho­den« die Dipl.-Soziologin Mar­ti­na Gil­le forscht. Ihr Refe­rat »Jugend in Deutsch­land: Lebens­la­gen und Her­aus­for­de­run­gen« sowie der Vor­trag »Jugend und Reli­gio­si­tät: Bei­spiel Slo­wa­kei« von Pater Dr. Tibor Rei­mer SDB, Bra­tis­la­va, war für mich beson­ders inter­es­sant. Jugend­li­che in der Slo­wa­kei bezeich­ne­ten sich durch­aus als reli­gi­ös, »sur­fen aber zwi­schen Lebens­stie­len und Lebens­si­tua­tio­nen«  wie »Wel­len­rei­ter« oder nach dem pol­ni­schen Sozio­lo­gen Syg­munt Bau­mann so genann­te »Spa­zier­gän­ger«, die sich von einer Wel­le zur nächs­ten zap­pel­ten. Christ­li­che Jugend­ar­beit müs­se Ori­en­tie­rungs­hil­fe geben und zur Mit­ar­beit ein­la­den.

Eine Podi­ums­dis­ku­si­on ergab: »Jugend­li­che im Osten Euro­pas zwi­schen Hoff­nung und Resi­gna­ti­on«. Nach einer Stu­die der »Fried­rich-Ebert-Stif­tung« sei­en Jugend­li­che in Alba­ni­en, Her­ze­go­wi­na und  Bul­ga­ri­en auch mit der »Demo­kra­tie« unzu­frie­den und weni­ger bereit, sich in Gesell­schaft, Poli­tik und Kir­che zu enga­gie­ren. Wegen hoher Arbeits­lo­sig­keit wol­len vie­le aus­wan­dern. Die BDKJ-Vor­sit­zen­de Lisi Mai­er wünsch­te eine »soli­da­ri­sche Euro­pa­po­li­tik« mit einer »sozi­al­po­li­ti­schen Dimen­si­on«.

Der desi­gnier­te Ber­li­ner Erz­bi­schof  Dr. Koch for­der­te, »Ent­schei­dun­gen für die Jugend und mit der Jugend wie­der in Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen der Poli­tik nach vor­ne rücken«.

Aus Renova­bis-Rück­blick: www.renovabis.de

Wie schon beim 8.Kongress gestal­te­te das »Cen­trum für Ange­wand­te Poli­tik­for­schung (CAP) der Uni­ver­si­tät Mün­chen« einen ganz­tä­gi­gen »Dia­log der Gene­ra­tio­nen« bei­spiel­haft.

Der pol­ni­sche Erz­bi­schof Kar­di­nal Sta­nis­law Dzi­wisz lud zum »Welt­ju­gend­tag 2016« nach Kra­kau ein, wo einst Papst Johan­nes Paul II. für das christ­li­che Euro­pa wirk­te.

© www.schoenseer-land.de

Grenzüberschreitende Geburtsheimat um den Plattenberg Velky - Zvon

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Ein his­to­risch ver­floch­te­nes Grenz­ge­biet inmit­ten Euro­pas

Um den Plat­ten­berg / Vel­ký Zvon lie­gen das »Schön­se­er Land« und die »Neu­bäu­er Höhe«. Er ver­bin­det den Ober­pfäl­zer mit dem Böh­mi­schen Wald / Čes­ký Les. Er war »Haus­berg« mei­nes böh­mi­schen Geburts­or­tes Neu­bäu im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz und ist zen­tra­ler Blick­punkt der »Schön­se­er« und »Stad­ler­nern« im baye­ri­schen Land­kreis Schwan­dorf.

Im »Schön­se­er Land« wech­sel­ten seit Jahr­hun­der­ten baye­ri­sche und böh­mi­sche Lan­des­her­ren. »Rei­chen­stein-Schön­see« unter­stand bis 1805 einer böh­mi­schen Lehens­herr­schaft, die auch den Klein­raum rund um den Plat­ten­berg öko­no­misch und sozio­kul­tu­rell mit­präg­te. Nach den Eisen­ham­mer­wer­ken kamen die Glas­hüt­ten. Neben dem nie­der­ge­brann­ten Glas­schlei­fer­ort »Ham­mers­brunn« wur­de Neu­bäu »neu auf­ge­baut«.

Sie­he: www.germanbohemianheritagesociety.com/our-founders-story (englisch/tschechisch): »Ver­schwun­de­ne Orte und Objek­te«: www.zanikleobce.cz / novo­sed­ly – neu­bau!

Schon als zehn­jäh­ri­ger »Böh­mer­wald­bou« ging ich nach Schön­see mit mei­ner Groß­mut­ter, die dort ihre Klöp­pel­spit­zen ver­kauf­te. Seit 1905 ist die staat­li­che »Schön­se­er Klöp­pel­schu­le« ein regio­na­les Kunst­ge­wer­be­zen­trum. Mein Groß­va­ter fuhr 1940 mit der dama­li­gen »Schön­se­er Bocklbahn« zur Arbeit nach Nab­burg. Auf der ein­ge­eb­ne­ten Tras­se führt der jet­zi­ge »Rad­wan­der­weg« durch das »Schön­se­er Land« – und bei  Stad­lern am »Böh­mer­wald­turm« am Rei­chen­stein vor­bei grenz­ber­schrei­tend in das böh­mi­sche Rad­busa­tal.

Die »Regens­bur­ger Gotik« der Stadt­kir­che von Nab­burg war Vor­bild der Dorf­kir­che in Zet­scho­witz bei Bischoft­e­i­nitz.

 

Beim »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk«

Angeb­lich schon seit  1799 schaut die »Dop­pel-Sta­tue« des »hei­li­gen Johan­nes aus Pomuk« einer­seits über den böh­mi­schen Plat­ten­berg rad­bu­sa­ab­wärts bis in sei­ne »Pils­ner Geburts­hei­mat«. Ande­rer­seits nach Bay­ern, wie ich glau­be auch naa­b­ab­wärts und paar­auf­wärts in das »Wit­tels­bach­er­land«, in mei­ne »zwei­te Hei­mat«. »Johan­nes von Nepo­muk« ist Patron der Wit­tels­ba­cher und böh­mi­scher Lan­des­pa­tron.

Der »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk« sym­bo­li­siert nach dem Fall des Eiser­nen Vor­han­ges – auch am Plat­ten­berg / Vel­ký Zvon – nun wie­der eine »grenz­über­schrei­ten­de Bil­dungs­re­gi­on«, die ich wie­der ein­mal mit mei­ner Fami­lie besuch­te. Mei­ne Frau Han­na aus Bay­ern und ich aus Böh­men stel­len beim »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk«  auch eine »per­so­na­le Bil­dungs­brü­cke« dar. Mein Schü­ler Syl­ves­ter Dosch bewirk­te in Mering an der Paar im »Wit­tels­bach­er­land« eine neue Sta­tue des »Brü­cken­hei­li­gen« aus Böh­men, den »Merin­ger Nepo­muk«.

Bil­der­ga­le­rie: »Schul­stun­de« beim »Dop­pel-Nepo­muk«

 

Im »Cen­trum Bava­ria Bohemia CeBB«

Im »his­to­ri­schen denk­mal­ge­schütz­ten Kom­mun­bräu­haus«, wo einst »Zoigl­bier« gebraut wur­de, wirkt grenz­über­schrei­tend seit 2006 das digi­tal zwei­spra­chig ver­netz­te baye­risch-böh­mi­sche Kul­tur­zen­trum in Schön­see. Unter Lei­tung von Hans Eibau­er, der wie ich »nord­gaui­sche Mut­ter­spra­che« spricht, ent­wi­ckelt das Insti­tut auch »euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven« in der »ober­pfäl­zisch-eger­län­di­schen Bil­dungs­re­gi­on inmit­ten Euro­pas«. Es ist auch mit www.aek-ev.de / »Eger­län­der Bil­dungs­for­schung« ver­linkt. Ich ver­sprach eine wei­ter­hin gute grenz­über­schrei­ten­de Zusam­men­ar­beit.

2015 fan­den ver­mehrt kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen in und mit der »euro­päi­schen Kul­tur­haupt­stadt Pilsen/Plzeň« statt. Zwar ende­te das »Pro­jekt 2015« am 30.09.2015. Das CeBB hat aber die »Kul­tur­haupt­stadt wei­ter im Blick« und infor­miert im Inter­net­por­tal www.bbkult.net lau­fend.

Besuch im »grenz­über­schrei­ten­den baye­risch-böh­mi­schen  Kul­tur­zen­trum Schön­see«:

 

Baye­risch-Böh­mi­sche »Pascher- und Freund­schafts­we­ge«

Um den Plat­ten­berg gab es einst vie­le »fried­li­che böh­mi­sche Pascher­we­ge« in das »Schön­se­er Land«. Ein Pascher­ver­ein e.V. erin­nert mit »Schmug­gel­spie­len am Eulen­berg« dar­an. Vor der Ver­trei­bung  tru­gen mei­ne Ange­hö­ri­gen unter Todes­ge­fahr auch mei­ne Bücher, mei­ne Gei­ge und sogar mein Fahr­rad aus Eger über die Gren­ze nach Stad­lern in eine Scheu­ne. Sie sind in der »Schrift- und Sach­gut­samm­lung Now­eya­na« doku­men­tiert, vom Baye­ri­schen Haupt­staats­ar­chiv betreut  und aus dem Inter­net (Goog­le) abruf­bar.

Stad­lern gehört zur Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft »Schön­se­er Land«. Über die jun­ge Schwar­zach führt jetzt der »Böh­misch-Baye­ri­sche Freund­schafts-Rad­weg« in das »Rad­bu­sa-Quell­ge­biet«, nach  Ryb­ník / Wai­er,  in das auch das »unter­ge­gan­ge­ne Neu­bäu / Novo­sed­lý« als »zanil­ká obec« ein­ge­mein­det ist. Rad­bu­sa­auf­wärts radeln deut­sche und tsche­chi­sche Jugend­li­che nach Bischoft­e­i­nitz / Horšovs­ký Týn. Als Euro­pä­er besu­chen sie auch das Schloss in Ron­sperg, dem der Pan­eu­ro­pä­er Richard Cou­den­ho­ve-Kal­er­gi ent­stammt.

Auf dem »Böh­misch-Baye­ri­schen Jako­bus­weg« nach Hei­li­gen­kreuz

Vom baye­ri­schen Klos­ter Schön­thal aus wur­de das böh­mi­sche Augus­ti­ner­klos­ter Stockau als Keim­zel­le der Chris­tia­ni­sie­rung mei­nes Hei­mat­krei­ses Bischoft­e­i­nitz  gegrün­det.  Sie­he  dazu »Klos­ter Stockau - ‚Tauf­stein‘ im Rad­bu­sagau« in »Pas­si­on jen­seits des Böh­mer­wal­des«, 1991, Sei­te 330 ff.  .

Von der Hostau­er Jakobs­kir­che aus führt der »Böh­misch-Baye­ri­sche Jakobs­weg« durch mei­ne Hei­mat­pfar­rei Hei­li­gen­kreuz  und  mei­nen  Bür­ger­schul­ort Wei­ßen­sulz über die Til­ly­schan­ze bei Eisen­dorf in das baye­ri­sche Eslarn zur berühm­ten »Akan­thus­kir­che«.

In  »Ober­pfäl­zisch-eger­län­di­sche Bil­dungs­re­gi­on inmit­ten Euro­pas« 2014, Sei­te 49: »Mit der ‚Schmer­zens­mut­ter von Hostau‘ auf dem Jakobs­weg nach Eslarn«! Neu­bäu­er wall­fahr­te­ten auch zur böh­mi­schen »Karl­bach-Kapel­le« am »Jakobs­weg«,  zer­stört und bei Eslarn in Bay­ern »nach­ge­baut«.

Bil­der­ga­le­rie: »Am Böh­misch-Baye­ri­scher Jakobs­weg«

 

Über die neue Rad­bus­abü­cke zum »Neu­bäu­er-Renova­bis­kreuz«

Der Karl­bach mün­det bei Schmolau/Smolov in die Ras­bu­sa, wie auch das Mau­er­bäch­lein , vom Plat­ten­berg her­ab beim Ham­mer­wei­her, in dem ich das Schwim­men lern­te. An der Rad­bu­sa bewun­der­te ich noch eine betrie­be­ne Glas­schlei­fe.

Bei der »unter­ge­gan­ge­nen Stei­ner­müh­le mit Säge­werk« wur­de die »Nepo­muk­brü­cke« erneu­ert. Der Fun­da­ment­stein des Brü­cken­hei­li­gen trägt nun ein eiser­nes Kreuz neben der Brü­cke. Über sie führt ein Weg zur »Neu­bäu­er Höhe«. Auf dem Kir­chen- und Schul­ge­län­de erin­nert das »Neu­bäu­er-Renova­bis­kreuz« an mei­nem »unter­ge­gan­ge­nen Geburts­ort Neu­bäu« der als Novo­sed­lý jetzt zu Ryb­ník nad Radbuzou/Waier an der Rad­bu­sa gehört. Mein Bür­ger­schul­ort Wei­ßen­sulz  nen­nen die Tsche­chen Bělá nad Rad­buz­ou und den Plat­ten­berg Vel­ký  Zvon. Von Schönsee/Dietersdorf nord­öst­lich über  Plat­ten­berg und »Neu­bäu­er Höhe« führt geo­gra­fisch eine schnur­ge­ra­de Luft­li­nie nach Pilsen/Plzeň und Prag/Praha.

Bil­der­ga­le­rie: »Über die Rad­bu­sa zum unter­ge­gan­ge­nen Neu­bäu«

Nach einem Fried­hofs­be­such bei mei­ner Hei­mat­pfar­rei­kir­che Hei­li­gen­kreuz / Ujezd Sva­té­ho Křiže, in der ich getauft und gefirmt wur­de,  fuhr ich mit mei­ner Fami­lie durch das »Schön­se­er Land« in mei­ne »zwei­te Hei­mat«, in das »Wit­tels­bach­er­land« wie­der nach Hau­se – in Erin­ne­rung an den 18. August 2013, als ich »mit Enkeln im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz« unter­wegs war.

Link zum Arti­kel: Mit Enkeln unter­wegs im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz

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