Auf Sied­ler­spu­ren im Quell­ge­biet der Rad­bu­sa zur »neu­en Nepo­muk­brü­cke«
In einem Klein­bus fah­re ich mit mei­ner Groß­fa­mi­lie von Mering aus paar- und donau­ab­wärts bis Regens­burg, naab- und schwar­za­ch­auf­wärts bis Wald­mün­chen. Über die Gren­ze errei­chen wir das Quell­ge­biet der Rad­bu­sa im nörd­li­chen Böh­mer­wald des süd­li­chen Eger­lan­des, vom Bai­ri­schen Nord­gau aus besie­delt. Augus­ti­ner­mön­che aus dem bai­ri­schen Schön­thal grün­de­ten das böh­mi­sche Klos­ter Stockau und chris­tia­ni­sier­ten im Kreis Bischoft­e­i­nitz.

Die Piwon­ka fließt über Ron­sperg als Schwarz­bach in die Rad­bu­sa. Auf Schloss Ron­sperg gestal­te­te Johann Pro­koff die Nepo­muk­sta­tue der Pra­ger Karls­brü­cke, war Friedrich/Bedřich Sme­ta­na Musik­leh­rer und wuchs der Pan­eu­ro­pä­er Richard Cou­den­ho­ve-Kal­er­gi auf. Im nahen Schütt­wa wur­de Johan­nes von Schüttwa/Tepl/Saaz gebo­ren, der den »Acker­mann aus Böh­men« schuf.
An der böh­mi­schen Schwar­za­ch­quel­le vor­bei, ent­lang des ehe­ma­li­gen Eiser­nen Vor­han­ges, über die »Nei­der Was­ser­schei­de« und an der Rad­bus­aquel­le vor­bei gelan­gen wir nach Waier/Rybnik. An der »Rind­ler Höhe« ent­steht das EU-geför­der­te Muse­ums­pro­jekt »Unter­ge­gan­ge­nes Rindl« mit Lehr­pfad.
Im jun­gen Rad­busa­tal ent­stan­den einst Glas­hüt­ten­sied­lun­gen. Wir fah­ren durch die »ver­sun­ke­nen Dör­fer« Alt­hüt­ten und Neuhütten/Schwanenbrückl, jetzt Most mit der restau­rier­ten »His­to­ri­schen Brücke/Historickỳ most«. An der »Wüs­tung Neu­bäu­müh­le« bestau­nen wir den neu­en Weg­wei­ser in Tsche­chisch und Deutsch sowie die »Nepo­muk­brü­cken-Bau­stel­le«. Sie­he dazu »Rekon­struk­ti­ons­mo­del­le« in »AEK-Buch­aus­stel­lung beim »Sude­ten­deut­schen Tag 2011««!

Enkel doku­men­tie­ren an der »Neu­bäu­er Höhe« und der Rad­bu­sa ent­lang in Bil­dern
Das »unter­ge­gan­ge­ne Neu­bäu« über­wächst der »Böh­mer­wald«. Auf Area­len des »ver­sun­ke­nen Vater- und Schul­hau­ses« kom­men wir zum Kirch­platz. Dort beten wir vor dem reno­vier­ten Flur­kreuz aus der »Ursied­lung Ham­mers­brunn«, die einst abbrann­te. Ober­pfäl­zi­sche Neu­sied­ler grün­de­ten Neugebäu/Neubau/Neubäu. Von der »Neu­bäu­er Höhe« aus foto­gra­fie­ren mei­ne Enkel über das jun­ge Rad­busa­tal hin­weg das böh­misch-baye­ri­sche Grenz­ge­bir­ge.

Der Rad­bu­sa ent­lang zur Bür­ger­schu­le und Pfarr­kir­che in die Hei­mat­kreis­stadt

Die nord­wärts gerich­te­te Rad­bu­sa umrun­det ehren­voll die »Neu­bäu­er Höhe« zum Bür­ger­schul­ort Wei­ßen­sulz, fließt süd­wärts zur Pfarr­kir­che Hei­li­gen­kreuz, durch die Hei­mat­kreis­stadt Bischoft­e­i­nitz nach Pil­sen, von dort in die Beraun und Mol­dau nach Prag.
Die ers­ten Hei­li­gen­kreu­zer Schloss­her­ren Lamen­din­ger aus dem stift­län­di­schen Alben­reuth (Frais) brach­ten auch aus dem Sechs­ämter­land »Rawat­zer-Sied­ler« mit. Mei­ne müt­ter­li­chen Vor­fah­ren hie­ßen Rebit­zer.

Der »Lob­ko­wit­zer Hor­schau­er Mau­er« ent­lang errei­chen wir Bischofteinitz/Horšovskỳ Tỳn. Das »Schloss Trautt­mans­dorff« prägt die Hei­mat­kreis­stadt, auch eine »kir­chen­ge­schicht­li­che Brü­cken­stadt« zwi­schen Regens­burg und Prag. Der Regens­bur­ger Bischof Wolf­gang aus der Ulrichs­diö­ze­se Augs­burg initi­ier­te das Klos­ter Kladrau und »grün­de­te durch Gebiets­ab­tre­tung« das Bis­tum Prag.
Unweit der Nepo­muk­brü­cke steht das Geburts­haus des berühm­ten Astro­no­men Joseph Johann Lit­trow, Stern­war­te­grün­der in Kasan an der Wol­ga und Pro­fes­sor in Wien an der Donau.