Ja zur Heimat im Herzen Europas“

Bis 973 gehör­te Böh­men zur Regens­bur­ger Diö­ze­se. Vom Augs­bur­ger Bischof Ulrich 968 zum Pries­ter geweiht - wur­de Wolf­gang 972 Bischof von Regens­burg. Er mis­sio­nier­te auch im Böh­mer­wald und Eger­land und initi­ier­te das Bene­dik­ti­ner­klos­ter Kladrau.

Der Rad­bu­sa ent­lang bis Pil­sen:
Augus­ti­ne­rer­e­mi­ten aus dem bai­ri­schen Schön­thal grün­de­ten 1149 das Klos­ter Stockau in mei­ner Geburts­hei­mat, im Quell­ge­biet der Rad­bu­sa. Schon 1384 ist die Hei­li­gen­kreu­zer Kir­che nach­ge­wie­sen, in der auch ich getauft und gefirmt wur­de.

Ober­pfäl­zer Wald und Böh­mer­wald wur­den eine „grenz­über­schrei­ten­de Bil­dungs­re­gi­on.“
Der Luxem­bur­ger Kai­ser Karl IV. wur­de 1316 in Prag gebo­ren. Sei­ne „Gol­de­ne Stra­ße“ führ­te von Prag nach Nürn­berg durch den Böh­mer­wald. 1353 „inkor­po­rier­te“ er bai­ri­sche Ort­schaf­ten dem König­reich Böh­men. Es gab ein „Neu­böh­men in Bai­ern“. Die­ser – wenn auch nur „kurz­zei­ti­ge regio­na­le Sta­tus“ – in „Bava­ria trans sil­vam Boemi­ca­lem“, blieb aber auch für kul­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen dies- und jen­seits des Böh­mer­wal­des bedeut­sam.
Der Brü­cken­hei­li­ge Johan­nes von Nepo­muk, um 1350 in Pomuk bei Pil­sen gebo­ren, ist Lan­des­pa­tron Böh­mens und Bay­erns.

Der Eiser­ne Vor­hang durch­schnitt das jahr­hun­der­te­lang gewach­se­ne baye­risch-böh­mi­sche Bil­dungs­ge­flecht. Der 70. Sude­ten­deut­sche Tag in Regens­burg erin­ner­te 2019 an die­se grenz­über­grei­fen­de „Hei­mat im Her­zen Euro­pas“.

Auch Böhmen ist mein Heimatland:

Schon als Volks­schü­ler im nörd­li­chen Böh­mer­wald des süd­li­chen Eger­lan­des sang ich die Staats­hym­ne bei Schul­fei­ern mit : „Wo ist mein Heim, mein Vater­land – Böh­men ist mein Hei­mat­land …“ nach­denk­lich …

Nach Öff­nung der Gren­zen errich­te­te Papst Johan­nes Paul II. das Bis­tum Pilsen/Plzeň. Ers­ter Bischof wur­de Fran­tišek Rad­kovs­ký, der mit dem – seit 1982 – Regens­bur­ger Bischof Man­fred Mül­ler, ehe­mals Stu­di­en­di­rek­tor in Augs­burg, zusam­men­wirk­te. Auch das neue „Eger­land­bis­tum“ und die Regens­bur­ger Diö­ze­se wur­den eine „grenz­über­schrei­ten­de christ­li­che Bil­dungs­re­gi­on“. Zum “Bischoft­e­i­nit­zer Hei­mat­kreis­tref­fen 2019“ in Furth im Wald zele­brier­te der eme­ri­tier­te Pils­ner Bischof Fran­tišek Rad­kovs­ký am 21. Juni 2019 in mei­ner „Hei­mat­kir­che“ in Hei­li­gen­kreuz einen Pon­ti­fi­kal-Dank­got­tes­dienst: Vergelt’s Gott!

Seit 2012 ist Prof. Dr. Rudolf Voder­hol­zer Bischof von Regens­burg. Sei­ne Mut­ter Maria Voder­hol­zer wur­de aus Kladrau ver­trie­ben und war in Bay­ern Leh­re­rin und Kin­der­buch­au­torin. Bischof Voder­hol­zer pre­dig­te am Sude­ten­deut­schen Tag 2019 in Regens­burg beim Pon­ti­fi­k­al­got­tes­dienst, den die „Böh­mer­wäl­der Musi­kan­ten“ unter Kurt Pascher – aus Alt­hüt­ten, einem Neu­bäu­er Nach­bar­ort stam­mend – mit­ge­stal­te­ten. Dort hör­te ich schon als Böh­mer­wald­bub den „Böh­mer­wald­mu­si­kan­ten“ sei­nes Schwie­ger­va­ters Johann Spörl begeis­tert zu.

Heimatklänge

Hei­mat­klän­ge beim Fest­got­tes­dienst mit Bischof Prof. Dr. Rudolf Voder­hol­zer und bei der Groß­kund­ge­bung mit dem Schirm­her­ren, Minis­ter­prä­si­den­ten Dr. Mar­kus Söder.

Zum The­ma „Hei­mat im Her­zen Euro­pas“ sag­te Rudolf Voder­hol­zer: In sei­ner Vita gebe es meh­re­re Orte und Regio­nen, mit denen er Hei­mat ver­knüp­fe: Als Bischof sei natür­lich jetzt „Regens­burg mein Daheim“. Die „ver­lo­re­ne Hei­mat“ brin­ge Schmerz, Weh­mut und Trau­er mit sich: „Daher ist auch Böh­men ein Stück Hei­mat für mich“ – beson­ders Kladrau, die „Hei­mat mei­ner Mut­ter“ …

Regensburg – Patenstadt der Sudetendeutschen seit 1951 inmitten Europas:

Die Regens­bur­ger Bür­ger­meis­te­rin Ger­trud Mal­tz-Schwarz­fi­scher begrüß­te die Sude­ten­deut­schen, die ihre Stadt „stark präg­ten“: „Wir sind Euro­pä­er.“
Auch die Schirm­herr­schafts­mi­nis­te­rin Kers­tin Schrey­er wür­dig­te Regens­burg als eine „Stadt mit euro­päi­scher Strahl­kraft, wo Ost und West zusam­men­fin­den und Brü­cken zu den Nach­barn gebaut wer­den“. Sie lob­te auch das Eger­land-Kul­tur­haus in Markt­red­witz.

Für den frü­he­ren Schirm­her­ren und Karls­preis­trä­ger 2012, Dr.h.c. Horst See­ho­fer, Bun­des­mi­nis­ter des Innern, für Bau und Hei­mat war die Anwe­sen­heit zum „70. Sude­ten­deut­schen Tag – nach 30 Jah­ren ohne Eiser­nen Vor­hang“ ein „Her­zens­an­lie­gen“. Hei­mat sei auch „ein Gefühl des Ange­nom­men­seins“, daher gebe es „meh­re­re Hei­ma­ten“. Die „christ­lich gepräg­ten“ Sude­ten­deut­schen hät­ten als – „vier­ter Stamm“ – „in Bay­ern eine ‚neue Hei­mat‘ gefun­den“. Bay­ern und Sude­ten­deut­sche sei­en „Tief­wurz­ler, die sich nur schwer umwe­hen lie­ßen“.
Karls­preis­trä­ger See­ho­fer wür­dig­te die Hei­mat­ver­trie­be­nen als Brü­cken­bau­er inmit­ten Euro­pas: „Auch Bay­ern braucht euch für die Zukunft“!

Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe dankt Schirmherren:

Dr.h.c. Bernd Pos­selt: „Der Sude­ten­deut­sche Tag in Regens­burg wur­zelt in einer Geschich­te, die eben­falls ver­bin­det“. Von Regens­burg aus habe der Hei­li­ge Wolf­gang den Donau­raum chris­tia­ni­siert. In Regens­burg wur­den böh­mi­sche Fürs­ten getauft und sei heu­te Paten­stadt der Sude­ten­deut­schen, einer “vom euro­päi­schen Geist gepräg­te völ­ker­ver­bin­den­den Volks­grup­pe“: „Dabei hilft uns maß­ge­bend der Frei­staat Bay­ern durch sei­ne Schirm­herr­schaft“. Der böh­misch-bai­ri­sche Brü­cken­hei­li­ge Johan­nes von Nepo­muk ziert sym­bo­lisch auch das Fest­ab­zei­chen des Sude­ten­deut­schen Tages.

Der tsche­chi­sche Kul­tur­mi­nis­ter Dani­el Her­man und der baye­ri­sche Kul­tus­mi­nis­ter Dr. Lud­wig Spa­en­le ver­ein­bar­ten sei­ner­zeit ein „grenz­über­schrei­ten­des Kul­tur­ab­kom­men“. Das „Haus der Baye­ri­schen Geschich­te“ unter­stützt von Regens­burg aus die „Grenz­über­schrei­ten­de Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egrens­sis“ und von Augs­burg aus die Baye­ri­sche Lan­des­aus­stel­lung 2020 in der „Bil­dungs­re­gi­on Wit­tels­bach­er­land“, in mei­ner „zwei­ten Hei­mat“…

Der Spre­cher Pos­selt zitier­te Vaclav Havel: „Euro­pa … muss eine Hei­mat der Hei­ma­ten wer­den“. Und mein­te schließ­lich: „Wir brau­chen ein star­kes Mit­tel­eu­ro­pa als Motor und als Klam­mer der Euro­päi­schen Eini­gung“.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei der Hauptkundgebung:

Wenn es je jeman­den gege­ben hat, der Brü­cken­bau­en, der euro­päi­sche Gedan­ken, der Ver­ge­bung im Vor­der­grund hat­te, der Opti­mis­mus gezeigt hat, dann sind es die Sude­ten­deut­schen“ … „Ohne Ihren Fleiß, ohne Ihre Tat­kraft wäre Bay­ern nicht dahin gekom­men, wo es heu­te steht … „ Herz­li­ches Dan­ke­schön für die­se groß­ar­ti­ge Leis­tung!“
„ … trotz eines schwe­ren Schick­sals sei Ihr Ziel nicht Revan­che, son­dern Frie­den und Völ­ker­ver­stän­di­gung in Euro­pa: … „Dies ist eine Leis­tung, die jeden Frie­dens­no­bel­preis wert wäre“. Das „Sude­ten­deut­sche Muse­um“ in Mün­chen sei des­we­gen wich­tig, weil es „das kol­lek­ti­ve Gedächt­nis von Men­schen prägt“.

Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland Tomáš Podivínský:

Die Über­win­dung die­ser Feind­schaft und Ent­frem­dung der zwei unter­schied­li­chen Wel­ten ver­lang­te auf bei­den Sei­ten des lang­sam und müh­sam ver­schwin­den­den Eiser­nen Vor­han­ges nicht nur viel Mut und Kraft, son­dern auch viel Tole­ranz, Selbstent­äu­ße­rung und einen sehr wei­ten Blick nach vorn.“ … „Ich bin fel­sen­fest über­zeugt: Es liegt eine gute, gemein­sa­me Zukunft vor uns!“
Tsche­chi­scher Ehren­gast war auch der ehe­ma­li­ge Kul­tur­mi­nis­ter Dani­el Her­man.

Erinnerung hat Zukunft:

Beim Sude­ten­deut­schen Tag in Regens­burg ver­an­stal­te­te der „Arbeits­kreis Eger­län­der Kul­tur­schaf­fen­der AEK e.V. eine Mit­glie­der­ver­samm­lung: Ich wur­de Ehren­mit­glied. Mei­ne AEK-Stu­di­en­rei­he „Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis“ baut Bil­dungs­brü­cken zwi­schen Bay­ern und Böh­men.
Das CENTRUM BAVARIA BOHEMIA (CeBB) in Schön­see, in mei­ner „grenz­über­grei­fen­den Geburts­hei­mat, betreu­te auch die Doku­men­ta­ti­on „700 Jah­re Kai­ser Karl IV.“ zur „Baye­risch-Tsche­chi­schen Lan­des­aus­stel­lung 2016: „Gol­de­ne Stra­ße Prag - Nürn­berg“. Die­ses kul­tus­mi­nis­te­ri­ell geneh­mig­te Insti­tut baut auch wei­ter­hin Bil­dungs­brü­cken durch den „Böh­mi­schen Wald / Čes­ký Les und ist auch mit mei­ner Home­page www.waldemar-nowey.de ver­linkt. Beim Sude­ten­deut­schen Tag 2018 in Augs­burg über­reich­te ich dem Schirm­herrn Dr. Mar­kus Schrö­der eine gedruck­te Aus­ga­be mei­nes E-Books: 700 Jah­re Kai­ser Karl IV. – „Neu­böh­men“ und „Gol­de­ne Stra­ße“ in der grenz­über­schrei­ten­den Bil­dungs­re­gi­on „Eure­gio Egren­sis“.

In Schütt­wa - in mei­nem Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz – wur­de Johan­nes von Schütt­wa / Tepl / Saaz gebo­ren. An sei­nem Geburts­ort wur­de von ver­trie­be­nen Deut­schen und Tsche­chen ein Denk­mal errich­tet. Im Geis­te des „Codex Tep­len­sis“ möge sich auch die „Bil­dungs­re­gi­on Eure­gio Egren­sis“ wei­ter­hin ent­wi­ckeln.