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Grenzüberschreitende Geburtsheimat um den Plattenberg Velky - Zvon

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Ein his­to­risch ver­floch­te­nes Grenz­ge­biet inmit­ten Euro­pas

Um den Plat­ten­berg / Vel­ký Zvon lie­gen das »Schön­se­er Land« und die »Neu­bäu­er Höhe«. Er ver­bin­det den Ober­pfäl­zer mit dem Böh­mi­schen Wald / Čes­ký Les. Er war »Haus­berg« mei­nes böh­mi­schen Geburts­or­tes Neu­bäu im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz und ist zen­tra­ler Blick­punkt der »Schön­se­er« und »Stad­ler­nern« im baye­ri­schen Land­kreis Schwan­dorf.

Im »Schön­se­er Land« wech­sel­ten seit Jahr­hun­der­ten baye­ri­sche und böh­mi­sche Lan­des­her­ren. »Rei­chen­stein-Schön­see« unter­stand bis 1805 einer böh­mi­schen Lehens­herr­schaft, die auch den Klein­raum rund um den Plat­ten­berg öko­no­misch und sozio­kul­tu­rell mit­präg­te. Nach den Eisen­ham­mer­wer­ken kamen die Glas­hüt­ten. Neben dem nie­der­ge­brann­ten Glas­schlei­fer­ort »Ham­mers­brunn« wur­de Neu­bäu »neu auf­ge­baut«.

Sie­he: www.germanbohemianheritagesociety.com/our-founders-story (englisch/tschechisch): »Ver­schwun­de­ne Orte und Objek­te«: www.zanikleobce.cz / novo­sed­ly – neu­bau!

Schon als zehn­jäh­ri­ger »Böh­mer­wald­bou« ging ich nach Schön­see mit mei­ner Groß­mut­ter, die dort ihre Klöp­pel­spit­zen ver­kauf­te. Seit 1905 ist die staat­li­che »Schön­se­er Klöp­pel­schu­le« ein regio­na­les Kunst­ge­wer­be­zen­trum. Mein Groß­va­ter fuhr 1940 mit der dama­li­gen »Schön­se­er Bocklbahn« zur Arbeit nach Nab­burg. Auf der ein­ge­eb­ne­ten Tras­se führt der jet­zi­ge »Rad­wan­der­weg« durch das »Schön­se­er Land« – und bei  Stad­lern am »Böh­mer­wald­turm« am Rei­chen­stein vor­bei grenz­ber­schrei­tend in das böh­mi­sche Rad­busa­tal.

Die »Regens­bur­ger Gotik« der Stadt­kir­che von Nab­burg war Vor­bild der Dorf­kir­che in Zet­scho­witz bei Bischoft­e­i­nitz.

 

Beim »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk«

Angeb­lich schon seit  1799 schaut die »Dop­pel-Sta­tue« des »hei­li­gen Johan­nes aus Pomuk« einer­seits über den böh­mi­schen Plat­ten­berg rad­bu­sa­ab­wärts bis in sei­ne »Pils­ner Geburts­hei­mat«. Ande­rer­seits nach Bay­ern, wie ich glau­be auch naa­b­ab­wärts und paar­auf­wärts in das »Wit­tels­bach­er­land«, in mei­ne »zwei­te Hei­mat«. »Johan­nes von Nepo­muk« ist Patron der Wit­tels­ba­cher und böh­mi­scher Lan­des­pa­tron.

Der »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk« sym­bo­li­siert nach dem Fall des Eiser­nen Vor­han­ges – auch am Plat­ten­berg / Vel­ký Zvon – nun wie­der eine »grenz­über­schrei­ten­de Bil­dungs­re­gi­on«, die ich wie­der ein­mal mit mei­ner Fami­lie besuch­te. Mei­ne Frau Han­na aus Bay­ern und ich aus Böh­men stel­len beim »Schön­se­er Dop­pel-Nepo­muk«  auch eine »per­so­na­le Bil­dungs­brü­cke« dar. Mein Schü­ler Syl­ves­ter Dosch bewirk­te in Mering an der Paar im »Wit­tels­bach­er­land« eine neue Sta­tue des »Brü­cken­hei­li­gen« aus Böh­men, den »Merin­ger Nepo­muk«.

Bil­der­ga­le­rie: »Schul­stun­de« beim »Dop­pel-Nepo­muk«

 

Im »Cen­trum Bava­ria Bohemia CeBB«

Im »his­to­ri­schen denk­mal­ge­schütz­ten Kom­mun­bräu­haus«, wo einst »Zoigl­bier« gebraut wur­de, wirkt grenz­über­schrei­tend seit 2006 das digi­tal zwei­spra­chig ver­netz­te baye­risch-böh­mi­sche Kul­tur­zen­trum in Schön­see. Unter Lei­tung von Hans Eibau­er, der wie ich »nord­gaui­sche Mut­ter­spra­che« spricht, ent­wi­ckelt das Insti­tut auch »euro­pa­päd­ago­gi­sche Per­spek­ti­ven« in der »ober­pfäl­zisch-eger­län­di­schen Bil­dungs­re­gi­on inmit­ten Euro­pas«. Es ist auch mit www.aek-ev.de / »Eger­län­der Bil­dungs­for­schung« ver­linkt. Ich ver­sprach eine wei­ter­hin gute grenz­über­schrei­ten­de Zusam­men­ar­beit.

2015 fan­den ver­mehrt kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen in und mit der »euro­päi­schen Kul­tur­haupt­stadt Pilsen/Plzeň« statt. Zwar ende­te das »Pro­jekt 2015« am 30.09.2015. Das CeBB hat aber die »Kul­tur­haupt­stadt wei­ter im Blick« und infor­miert im Inter­net­por­tal www.bbkult.net lau­fend.

Besuch im »grenz­über­schrei­ten­den baye­risch-böh­mi­schen  Kul­tur­zen­trum Schön­see«:

 

Baye­risch-Böh­mi­sche »Pascher- und Freund­schafts­we­ge«

Um den Plat­ten­berg gab es einst vie­le »fried­li­che böh­mi­sche Pascher­we­ge« in das »Schön­se­er Land«. Ein Pascher­ver­ein e.V. erin­nert mit »Schmug­gel­spie­len am Eulen­berg« dar­an. Vor der Ver­trei­bung  tru­gen mei­ne Ange­hö­ri­gen unter Todes­ge­fahr auch mei­ne Bücher, mei­ne Gei­ge und sogar mein Fahr­rad aus Eger über die Gren­ze nach Stad­lern in eine Scheu­ne. Sie sind in der »Schrift- und Sach­gut­samm­lung Now­eya­na« doku­men­tiert, vom Baye­ri­schen Haupt­staats­ar­chiv betreut  und aus dem Inter­net (Goog­le) abruf­bar.

Stad­lern gehört zur Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft »Schön­se­er Land«. Über die jun­ge Schwar­zach führt jetzt der »Böh­misch-Baye­ri­sche Freund­schafts-Rad­weg« in das »Rad­bu­sa-Quell­ge­biet«, nach  Ryb­ník / Wai­er,  in das auch das »unter­ge­gan­ge­ne Neu­bäu / Novo­sed­lý« als »zanil­ká obec« ein­ge­mein­det ist. Rad­bu­sa­auf­wärts radeln deut­sche und tsche­chi­sche Jugend­li­che nach Bischoft­e­i­nitz / Horšovs­ký Týn. Als Euro­pä­er besu­chen sie auch das Schloss in Ron­sperg, dem der Pan­eu­ro­pä­er Richard Cou­den­ho­ve-Kal­er­gi ent­stammt.

Auf dem »Böh­misch-Baye­ri­schen Jako­bus­weg« nach Hei­li­gen­kreuz

Vom baye­ri­schen Klos­ter Schön­thal aus wur­de das böh­mi­sche Augus­ti­ner­klos­ter Stockau als Keim­zel­le der Chris­tia­ni­sie­rung mei­nes Hei­mat­krei­ses Bischoft­e­i­nitz  gegrün­det.  Sie­he  dazu »Klos­ter Stockau - ‚Tauf­stein‘ im Rad­bu­sagau« in »Pas­si­on jen­seits des Böh­mer­wal­des«, 1991, Sei­te 330 ff.  .

Von der Hostau­er Jakobs­kir­che aus führt der »Böh­misch-Baye­ri­sche Jakobs­weg« durch mei­ne Hei­mat­pfar­rei Hei­li­gen­kreuz  und  mei­nen  Bür­ger­schul­ort Wei­ßen­sulz über die Til­ly­schan­ze bei Eisen­dorf in das baye­ri­sche Eslarn zur berühm­ten »Akan­thus­kir­che«.

In  »Ober­pfäl­zisch-eger­län­di­sche Bil­dungs­re­gi­on inmit­ten Euro­pas« 2014, Sei­te 49: »Mit der ‚Schmer­zens­mut­ter von Hostau‘ auf dem Jakobs­weg nach Eslarn«! Neu­bäu­er wall­fahr­te­ten auch zur böh­mi­schen »Karl­bach-Kapel­le« am »Jakobs­weg«,  zer­stört und bei Eslarn in Bay­ern »nach­ge­baut«.

Bil­der­ga­le­rie: »Am Böh­misch-Baye­ri­scher Jakobs­weg«

 

Über die neue Rad­bus­abü­cke zum »Neu­bäu­er-Renova­bis­kreuz«

Der Karl­bach mün­det bei Schmolau/Smolov in die Ras­bu­sa, wie auch das Mau­er­bäch­lein , vom Plat­ten­berg her­ab beim Ham­mer­wei­her, in dem ich das Schwim­men lern­te. An der Rad­bu­sa bewun­der­te ich noch eine betrie­be­ne Glas­schlei­fe.

Bei der »unter­ge­gan­ge­nen Stei­ner­müh­le mit Säge­werk« wur­de die »Nepo­muk­brü­cke« erneu­ert. Der Fun­da­ment­stein des Brü­cken­hei­li­gen trägt nun ein eiser­nes Kreuz neben der Brü­cke. Über sie führt ein Weg zur »Neu­bäu­er Höhe«. Auf dem Kir­chen- und Schul­ge­län­de erin­nert das »Neu­bäu­er-Renova­bis­kreuz« an mei­nem »unter­ge­gan­ge­nen Geburts­ort Neu­bäu« der als Novo­sed­lý jetzt zu Ryb­ník nad Radbuzou/Waier an der Rad­bu­sa gehört. Mein Bür­ger­schul­ort Wei­ßen­sulz  nen­nen die Tsche­chen Bělá nad Rad­buz­ou und den Plat­ten­berg Vel­ký  Zvon. Von Schönsee/Dietersdorf nord­öst­lich über  Plat­ten­berg und »Neu­bäu­er Höhe« führt geo­gra­fisch eine schnur­ge­ra­de Luft­li­nie nach Pilsen/Plzeň und Prag/Praha.

Bil­der­ga­le­rie: »Über die Rad­bu­sa zum unter­ge­gan­ge­nen Neu­bäu«

Nach einem Fried­hofs­be­such bei mei­ner Hei­mat­pfar­rei­kir­che Hei­li­gen­kreuz / Ujezd Sva­té­ho Křiže, in der ich getauft und gefirmt wur­de,  fuhr ich mit mei­ner Fami­lie durch das »Schön­se­er Land« in mei­ne »zwei­te Hei­mat«, in das »Wit­tels­bach­er­land« wie­der nach Hau­se – in Erin­ne­rung an den 18. August 2013, als ich »mit Enkeln im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz« unter­wegs war.

Link zum Arti­kel: Mit Enkeln unter­wegs im Hei­mat­kreis Bischoft­e­i­nitz